Einzelheiten

1. Juli 2010 Jürgen Beineke

Große Koalition der Unterstützungsverweigerer im Jugendhilfeausschuss: Keine Skaterbahn für die Kinder und Jugendlichen in Castrop-Rauxel

Bei Stimmenthaltung des Vertreters des BDKJ, Herrn Kopshoff, wurde heute der Unterstützungsantrag der Fraktion der LINKEn durch alle anderen stimmberechtigten Mitglieder des Jugendhilfeausschusses abgelehnt.


Der neugewählte Ausschussvorsitzende, Herr John, hatte Jürgen Beineke als Vertreter der Partei DIE LINKE im JHA zuvor nahegelegt, den Antrag zurückzuziehen, was dieser ablehnte, da sowohl die akklamatorische Demonstration als auch die niederschriftliche Dokumentation einer evtl. Ablehnung ausdrücklich gewollt waren.
 
Magere Ablehnungsbegründung durch Johannes Kampmann (B90/Die Grünen): Das Kinder- und Jugendparlament (KiJuPa) habe in der Vergangenheit gute und engagierte Arbeit geleistet, wodurch man darauf vertraue, dass es das Thema Skater-Bahn eigenständig weiterverfolgen kann. Damit erübrige sich ein ausdrücklicher (Unterstützungs-)Antrag von Seiten des JHA.
Sebastian John (SPD) schloss sich dieser Argumentation an.

Seltsame Logik: Wegen der guten und engagierten Arbeit des KiJuPa verweigert man die von den Linken beantragte Unterstützung eben dieses KiJuPa hinsichtlich seines Antrages, im Erin-Park eine Skaterbahn zu errichten.

Um es noch einmal deutlich hervorzuheben: Kein einziges stimmberechtigtes Mitglied des Jugendhilfeausschusses war bereit, sich entsprechend dem Antrag der LINKEn mit dem KiJuPa zu solidarisieren.

DIE LINKE. Fraktion im Rat unterstützt nämlich den entsprechenden Antrag des Kinder- und Jugendparlaments. Sie hatte daher für die heutige Sitzung einen entsprechenden Unterstützungsantrag in den Jugendhilfeausschuss eingebracht, mit dem Rat und Verwaltung gebeten werden sollten, sich um alternative Finanzierungsmöglichkeiten außerhalb des städtischen Haushaltes zu bemühen.

Während der 26. Sitzung des Kinder- und Jugendparlamentes Castrop-Rauxel am 22. April 2010 wurde dessen Antrag, im Erin-Park eine Skaterbahn zu errichten, unter Hinweis auf den Nothaushalt und den daraus resultierenden Tatbestand, keine „freiwilligen Leistungen“ erbringen zu können, abgelehnt.
Die LINKE. Fraktion im Rat der Stadt betrachtet die Argumentation als völlig unzulänglich, da sie die Gemeinde nicht aus ihrer Gestaltungspflicht entlassen kann. Dieses Totschlag-Argument wird angesichts der horrenden Haushaltslöcher vmtl. noch während der nächsten 20 Jahre Bestand haben und Gestaltung wäre – dieser Logik folgend – ebenso lange nicht mehr möglich.

Mit seinem Antrag, im Erin-Park eine Skaterbahn zu errichten, begegnet das KiJuPa der weit verbreiteten Ansicht, Kinder resp. Jugendliche würden passive Freizeitformen bevorzugen. Sie machen vielmehr deutlich, wie wichtig ihnen in diesem Falle das aktive Bewegungstraining ist. Zweifellos fühlen sich diese Jugendlichen zunächst vom vergnüglichen Aspekt dieses Sports angezogen, doch kann nicht übersehen werden, dass es sich hier „so ganz nebenbei“ um eine vorzügliche Trainingsmöglichkeit des gesamten sensorischen, vorzugsweise motorischen Apparates handelt, der für die Alltags- und Leistungsbewältigung von Menschen unerlässlich ist.