Einzelheiten

25. November 2010 Meinolf Finke

DIE LINKE. Castrop-Rauxel gibt Empfehlungen zum Flächennutzungsplan 2025

DIE LINKE begrüßt, dass im Flächennutzungsplan 2025 (FNP 2025) die in den letzten Jahrzehnten eingetretenen Veränderungen aufgenommen oder nicht mehr realisierbare Vorhaben gestrichen wurden. In einigen Bereichen wie Wärmeversorgung, Wohnbauflächen, Mobilitätsverhalten, Spielhallen und Zentrengestaltung möchte DIE LINKE jedoch erreichen, dass Bestehendes verbessert und absehbare Entwicklungen berücksichtigt werden.

Ihre Anregungen dazu hat die Partei der Stadt, Bereich Stadtplanung nunmehr übersandt.

DIE LINKE bemängelt, dass der FNP 2025 im Wesentlichen eine Fortschreibung des bestehenden Zustands darstellt. Absehbare Entwicklungen der nächsten 15 Jahre und darüber hinaus sind dem Plan nicht zu entnehmen.

Angesichts von weltweiten Krisen, Klimawandel, Verteilungskonflikten, Rohstoffmangel, Umbau der Industriegesellschaft, neuen Mobilitätskonzepten usw. reicht die bloße Fortschreibung nicht mehr aus – die Entwicklungen müssen sich auf der kommunalen Ebene widerspiegeln.

Daher schlagen DIE LINKEN für verschiedene Bereiche des FNP 2025 Veränderungen vor.

Da diese vielfach andere Planungen betreffen, die nur in den FNP 2025 übernommen wurden, ist es erforderlich, diese Planungen zu ändern und dann in der veränderten Form in den FNP 2025 einfließen zu lassen.

DIE LINKE. Fraktion wird entsprechende Anträge an den Rat stellen.

Wärmeversorgung: Sie erfolgt heute in CAS über Strom, Öl, Gas, Kohle und Holz. Dabei liegt in CAS ein Fernwärmenetz, das vom Kraftwerk Knepper versorgt wird. Knepper hat aber noch hohe Kapazitäten, um weitere Ortsteile zu versorgen - wenn das Netz erweitert wird und Haushalte sich anschließen lassen. Dies soll die Aufgabe der nächsten Jahre für die Stadt werden, um die Treibhausgasemission von Gasen und Staub stark zu verringern.

Wohnbauflächen: Hier schlägt DIE LINKE ein anderes Konzept vor. Erst sollen vernachlässigte Gebäudekomplexe saniert/erweitert oder zentral gelegene Gewerbebetriebe verlagert werden, um Platz für neue, evtl. größere Wohnbauten zu machen. Innenbebauungen sind nur vorzunehmen, wenn sie nicht zu unzumutbaren Belastungen für dort Einziehende oder die Nachbarschaft führen (Negativbeispiel Mühlenhof in der Altstadt); Bebauung von Freiraum(Freizeit)flächen für die Bevölkerung soll nicht erfolgen, ebenso wenig die Bebauung von landwirtschaftlich genutztem oder unter Schutz gestelltem Gelände.

Mobilität: Der Masterplan für 2025 schreibt den heutigen durch das Automobil bestimmten Zustand in die Zukunft fort (er berücksichtigt lediglich die zurückgehende Bevölkerung). Die für die BRD beschlossenen Treibhausgasemissionsreduzierungen von 40 Prozent (2020) und 80 Prozent (2050) für CO2 betreffen auch sehr stark den Verkehr, sodass Änderungen im Mobilitätsverhalten „vor Ort“ erforderlich werden.

DIE LINKE schlägt vor, ein Modellprojekt „Bürgerticket“ einzuführen, um Bürgerinnen und Bürger über bessere ÖPNV-Linien und –Takte zu einem Umsteigen auf den ÖPNV zu bewegen.

Zentrenkonzept: Nicht eingegangen wird auf

  • die fehlenden Grundversorgungsangebote in mehreren Ortsteilen. Ältere, nichtmotorisierte Personen usw. können sich bereits heute nur unter sehr erschwerten Bedingungen oder höheren Kosten mit dem Nötigsten versorgen.
  • Die völlig veränderte Struktur der Haupt- und Nahversorgungszentren im Jahre 2025, wenn sich der E-Commerce voll durchgesetzt hat.

Spielhallen: Die Konzentration von Spielhallen wird wohl problematisiert, aber kein Konzept dagegen geboten. DIE LINKE fordert ein Auslaufen von Gewerbezulassungen von Spielhallen zum Schutz der Bevölkerung.


Schreiben an das Stadtplanungsamt