Einzelheiten

9. Dezember 2011 Angelika Aimene-Wiegold

DIE LINKE. Castrop-Rauxel: gegen verkaufsoffene Sonn- und Feiertage

DIE LINKE. Fraktion im Rat Castrop-Rauxel ist dafür, keine verkaufsoffenen Sonn- und Feiertage zuzulassen und nutzte daher während der Ratssitzung am 8. Dezember 2011 den Tagesordnungspunkt "Erlass einer Ordnungsbehördlichen Verordnung über das Offenhalten von Verkaufsstellen an Sonn- und Feiertagen" für eine deutliche Stellungnahme. Hier unser Redebeitrag im Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, meine Damen und Herren, liebe Gäste.

Auch wenn sich die Anzahl der verkaufsoffenen Sonn- und Feiertage von 13 in 2011 auf 10 in 2012 verringern wird, sind wir trotzdem gegen verkaufsoffene Sonn- und Feiertage.

Es ist seit Langem bekannt, dass eine Ausweitung der Ladenöffnungszeiten nicht zu höheren Umsätzen führt, sondern lediglich dazu, dass aufgrund steigender Betriebskosten sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse durch prekäre Beschäftigung ersetzt werden.

2/3 der im Einzelhandel Beschäftigten sind Frauen, die traditionell den größeren Teil der Kinderversorgung und der Familienarbeit übernehmen.

Bei Arbeitszeiten bis in die Wochenenden hinein kommt es zu erheblichen Beeinträchtigungen der Erziehungsarbeit mit weitreichenden Folgen für die betroffenen Kinder und die ganze Gesellschaft.

Ladenschlussgesetze sind eine Komponente des Arbeitsschutzes, die mit der Freigabe z. B. der Sonn- und Feiertagsarbeit ersatzlos aufgegeben wird.

Die Arbeitsruhe am Sonntag ist als hohes Gut durch das Grundgesetz geschützt. Nicht umsonst gibt es zahlreiche Allianzen für den freien Sonntag.

Wir, DIE LINKE, sind dafür, keine verkaufsoffenen Sonn- und Feiertage zuzulassen.
Wir unterstützen damit die Mehrheit der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger, die sich in einer Abstimmung mit 65 Prozent gegen Ladenöffnungszeiten an Sonn- und Feiertagen ausgesprochen haben.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.