Einzelheiten

9. Dezember 2011 Ingo Boxhammer

DIE LINKE. Castrop-Rauxel will den Erhalt der Grundschulen

DIE LINKE. Fraktion im Rat Castrop-Rauxel will die wohnortnahe Beschulung von Grundschulkindern gewährleistet sehen und unterstützte daher während der Ratssitzung am 8. Dezember 2011 eine entsprechende Initiative der FWI. Hier unser Redebeitrag im Wortlaut:

Herr Bürgermeister,
liebe Kolleginnen und Kollegen.

DIE LINKE. Castrop-Rauxel ist der Meinung, dass zum Inventar eines Wohnortes selbstverständlich auch eine fußläufig erreichbare Grundschule gehört, ebenso selbstverständlich wie eine fußläufig erreichbare Kindertagesstätte.

Wege dorthin können sein:
z. B. Zusammenschluss von Cottenburgschule, Friedrich-Harkort-Schule und Lindenschule zu einer einzigen Schule, wobei die Cottenburgschule dann als „Stammhaus“ und die beiden anderen Schulen als „Nebenstellen“ weitergeführt werden, und zwar zuverlässig dauerhaft, so lange 15 Kinder pro Klasse gewährleistet sind.
Hierfür muss es dann eine Träger–Gewährleistung geben, auf die sich die Eltern verlassen können. Dann können sich die Eltern auch stärker mit „ihrer Schule“ identifizieren und müssen nicht schon im Vorfeld auf das Mittel des Schultourismus zurückgreifen.
Das mindert auch stark die jetzt immerwährende Sorge, die Schule könnte geschlossen werden.
Und jetzt tun wir einen Moment mal so, als ob nicht gleich auch noch von dem sogenannten „Stärkungspaktgesetz“ zu reden wäre.
Für sogenannte „überflüssige Schulräume“ an den einzelnen Standorten könnte eine Umwidmung erfolgen.
So ein Gebäude muss abends nicht zwangsläufig geschlossen sein.
Es könnte zusätzlich als Jugendzentrum zu Verfügung stehen, morgens als Kindertagesstätte, nachmittags als Altenstube, alles analog zum Konzept eines Mehrgenerationenhauses.

Damit bestände zugleich die Möglichkeit, die Sicherung des Gebäudebestandes der Gemeinde zu eröffnen. Wir könnten damit auch mehr soziales Leben in die Stadtteile bringen.

Selbstverständlich erfordert das Modell „Stammhaus mit Nebenstellen“ einen organisatorisch/logistischen Mehraufwand. Evtl. wird auch mehr Personal benötigt. Aber der Schultourismus kostet auch Geld.
Niemand soll sagen, dass die Schule in Deutschland zu teuer ist. Andere Länder geben dafür erheblich mehr Geld aus.

Außerdem sollte nach unserem Verständnis der „Gemeinsame  Unterricht“ von Regelschülern und Schülern mit Sonderpädagogischem Förderbedarf in den Grundschulen forciert werden. Eine schlichte Anfrage in den Sonderschulen der Nachbargemeinden reicht da nicht.
Inklusion kommt sowieso. Castrop-Rauxel ist in dieser Hinsicht Diaspora.
Die Möglichkeit des „Gemeinsamen Unterrichtes“ gibt es immerhin sein den 80-er Jahren.
Wenn die Schule im Stadtteil stirbt, stirbt der Stadtteil. Wir können dazu ja noch einmal den Kollegen Noll befragen.
Im nächsten Schritt bliebe dann nur noch die Möglichkeit ein Schild aufzustellen mit dem Text: „Hier sind junge Familien unerwünscht“.
Das gerade vorgestellte Modell ist übrigens auf alle Schulformen anwendbar.
Woran es in Castrop-Rauxel prinzipiell fehlt, ist ein Schulgesamtkonzept. Sie verwalten und managen Zahlen, die auch nicht überzeugend sind und leiten daraus Schritte ab. Das sind immer nur Schließungen.
Das ist eindeutig zu wenig und hat nicht die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger im Blick.

Wir unterstützen deshalb die Initiative der FWI.