Einzelheiten

14. Juli 2011 Jürgen Beineke

Schulentwicklung Castrop-Rauxel: Bitte keine schulfreien Zonen

Gegen die Stimmen der Fraktion DIE LINKE und der FWI beschloss eine große Koalition von SPD und Bündnis90/Die Grünen sowie der CDU und FDP während der heutigen Ratssitzung das Schließungsprozedere für vier weitere Grundschulen.

 

Damit ist die geordnete Abwicklung von weiteren vier Castrop-Rauxeler Grundschulen besiegelt:


  1. Ab dem Schuljahr 2012/13 (01.08.2012) wird die "Grundschule Grüner Weg" als Teilstandort der "Grundschule Am Hügel" geführt. Der Teilstandort wird jahrgangsweise aufgelöst, sobald alle angemeldeten Kinder für die Eingangsklasse am Hauptstandort aufgenommen werden können.
  2. Ab dem Schuljahr 2012/13 (01.08.2012) wird die "Friedrich-Harkort-Schule" als Teilstandort der "Grundschule Cottenburgschule" geführt. Der Teilstandort wird jahrgangsweise aufgelöst, sobald alle angemeldeten Kinder für die Eingangsklasse am Hauptstandort aufgenommen werden können.
  3. Die "Lindenschule" wird als Teilstandort der Cottenburgschule geführt, sobald in zwei aufeinanderfolgenden Schuljahren nur eine Eingangsklasse gebildet werden kann.
  4. Ab dem Schuljahr 2015/16 (01.08.2015) wird die "Erich-Kästner-Schule" als Teilstandort der "Grundschule Am Busch" geführt. Der Teilstandort wird jahrgangsweise aufgelöst, sobald alle angemeldeten Kinder für die Eingangsklasse am Hauptstandort aufgenommen werden können.

Bereits am 19. Mai 2011 beschloss der Rat gegen die Stimmen der Fraktion DIE LINKE und der FWI die Schließung der Offenen Ganztagsschule Deininghausen.

 

Und die Verwaltung denkt schon weiter: Während der Sitzung des Betriebsausschusses 2 am 7. Juli 2011 teilte Frau Glöß, Erste Beigeordnete der Stadtverwaltung und Schuldezernentin, den Ausschussmitgliedern mit, sich bezüglich der bevorstehenden "Sek I"-Diskussion im Rahmen der so genannten Schulentwicklungsplanung wg. eines einjährigen Moratoriums mit der Bezirksregierung in Verhandlung zu befinden: "Wir können in Ickern doch nicht mal so einfach zwei Schulen schließen (Franz-Hillebrand-Hauptschule und Janusz-Korczak-Gesamtschule)!"
 
Dabei brauchte sie dieses Dilemma gar nicht zu haben, wenn sich die Verantwortlichen in Castrop-Rauxel endlich vom ausschließlichen Denken in den Kategorien des gegliederten Schulsystems lösen würden: Fusionieren Sie z. B. Markt-Schule (Grundschule), Franz-Hillebrand-Hauptschule, Janusz-Korczak-Gesamtschule. Ergänzen Sie die neue Organisationsform um den Bereich der sozialen Inklusion und nennen das Ganze  G e m e i n s c h a f t s s c h u l e. Sie tun so, als sei das gegliederte Schulsystem das Allerheiligste - unantastbar.

                             Aber nehmen Sie vor allem auch die Eltern und Schulen mit!

 

Der Bürgermeister hat es allen ins Stammbuch geschrieben: "...an die Spitze der Bewegung setzen und sich auf Kooperation einlassen!"

Konfrontieren Sie Eltern und Kinder nicht ausschließlich mit Ihren Schließungsplänen und -beschlüssen! Eröffnen Sie auch Perspektiven! Die Gemeinschaftsschule der Klassen 1 - 10 wäre so eine! 

                                             - E I N E  S C H U L E  F Ü R  A L L E -

                            DIE LINKE will keine schulfreien Zonen in Castrop-Rauxel!

Schulschließungen nur im Rahmen ganzheitlich konzeptioneller Veränderung der Schullandschaft in Castrop-Rauxel und nicht als Anpassungsmaßnahme an geringere Schülerzahlen!

 

Siehe auch:

Schulentwicklung Castrop-Rauxel: Die unglaubliche Rhetorik der CDU

Schulentwicklung Castrop-Rauxel: SPD und Bündnis90/Die Grünen mutlos und ohne Visionen

Erste Schulschließung in Castrop-Rauxel zum Sommer 2011 beschlossen

Beisenherz wirbt für integrierte Schulformen