Einzelheiten

17. November 2011 Jürgen Beineke

Schulentwicklung Castrop-Rauxel: Initiative zum Erhalt aller Grundschulen

Der hiesigen Presse ist dieser Tage zu entnehmen, dass dem Rat eine politische Initiative für den Erhalt aller verbliebenen Grundschulen in Castrop-Rauxel ins Haus steht. Als DIE LINKE. Castrop-Rauxel begrüßen wir das sehr, sind wir doch der Meinung, dass zum Inventar eines Wohnortes selbstverständlich auch eine fußläufig erreichbare Grundschule gehört, ebenso selbstverständlich wie eine fußläufig erreichbare Kindertagesstätte.

Bereits während der vorausgegangenen Wochen und Monate haben wir uns hierzu bekannt, als nämlich in unserer Stadt heftig über den Fortbestand der Grundschulen gestritten wurde und schließlich fünf Schulen das Aus brachte. Dieser Standpunkt ist zudem auf unserer Homepage gründlich dokumentiert - für alle Welt nachlesbar.

Wir haben im Rat keiner einzigen Schulschließung zugestimmt, waren und sind für Teilstandortlösungen, da uns auch klar ist, dass bei rückläufigen Schülerzahlen nicht der gesamte Schulraum erhalten bleiben kann. Was aber spräche dagegen, hätte man z. B. Cottenburgschule, Friedrich-Harkort-Schule und Lindenschule zu einer einzigen Schule zusammengefasst, die Cottenburgschule dann als "Mutterhaus", und Friedrich-Harkort-Schule sowie Lindenschule als "Nebenstellen" weitergeführt - und zwar zuverlässig dauerhaft, so lange mindestens 15 Kinder pro Klasse gewährleistet sind.

Darauf müssten sich die Eltern dann allerdings auch verlassen können, damit sie nicht auf das Mittel des Schultourismus zurückgreifen, aus Angst vor der immerwährenden Sorge, die Schule könnte geschlossen werden. "Überflüssiger" Schulraum an den einzelnen Schulen könnte anderen Aufgaben zugeführt werden. So ein Gebäude muss abends nicht zwangsläufig geschlossen sein, könnte z. B. dann auch als Jugendheim zur Verfügung stehen, morgens zudem auch als Kindertagesstätte.

Außerdem sollte nach unserem Verständnis der "Gemeinsame Unterricht" von Regelschülern und Schülern mit Sonderpädagogischem Förderbedarf in den Grundschulklassen forciert werden. Inklusion kommt sowieso. Castrop-Rauxel ist in dieser Hinsicht Diaspora. Die Möglichkeit des "Gemeinsamen Unterrichts" gibt es immerhin seit den 1980er Jahren.

Selbstverständlich erfordert das Modell "Mutterhaus mit Nebenstellen" einen organisatorisch/logistischen Mehraufwand, evtl. auch mehr Personal. Aber niemand sollte sagen, dass Schule in Deutschland zu teuer ist. Andere Länder geben dafür erheblich mehr Geld aus.


Dieser Text ging heute auch als Pressemitteilung an:

Ruhr Nachrichten Castrop-Rauxel
Stadtanzeiger Castrop-Rauxel
WAZ Castrop-Rauxel

 

Siehe auch:
Verband Bildung und Erziehung (VBE)

Denkanstöße Kurze Beine - kurze Wege
Gutachten zur Erhaltung von Grundschulen in Nordrhein-Westfalen