Einzelheiten

17. November 2010 Meinolf Finke

DIE LINKE. Castrop-Rauxel zum Flächennutzungsplan 2025

DIE LINKE. Castrop-Rauxel hat sich in den vergangenen Wochen intensiv mit dem Flächennutzungsplan beschäftigt. Ihr ist aufgefallen, dass der Plan insgesamt eine gute Basis bietet, um die seit 1974 eingetretenen Veränderungen im Stadtgebiet festzuschreiben. Er ist aber kaum geeignet, künftige Entwicklungen in CAS einzuplanen oder in eine bestimmte Richtung zu lenken.

Der Flächennutzungsplan 2025 (FNP 2025) soll nach Aussagen der Verfasser bestimmen, wie sich CAS in den nächsten 15 Jahren weiterentwickeln soll. Außer dass bei Wohnungsflächen weitere Teile von CAS für Wohnungsbau zur Verfügung gestellt werden sollen und für Gewerbeansiedlungen ausreichend Flächen bereitgestellt sind, finden sich im Plan keine Festlegungen für künftige Entwicklungen.

In allen Bereichen wird auf vorliegende Planungen verwiesen, die wohl eine Bestandsaufnahme bieten, aber in keinem Fall versuchen, künftige Entwicklungen vorherzusagen. Selbst der Masterplan Mobilität, der ein Verkehrsleitbild für 2025 seinen Ausführungen vorangestellt hat, verbleibt in seinen verschiedenen Prognosen beim heutigen Verkehrsmodell.

Nach Ansicht der Linken sind Planungen für die Zukunft (15 Jahre sind heute ein recht langer Zeitraum) in Zeiten mit Wirtschafts- und Finanzkrise, Klimawandel, Verteilungskonflikten, Ressourcenmangel, Konflikten um den Zugang zu Rohstoffen, notwendigem Umbau der Industriegesellschaft, erforderlichen neuen Mobilitätskonzepten usw. ein schwieriges Unterfangen und verlangen ein Abgehen vom „business as usual“, d. h. vom „Was kümmert mich die Nachwelt?“
Die Bundesregierung verkündet erhebliche Reduzierungen von Emissionen für die Jahre 2020 und 2050 (z. B. bei CO2 um 40 bzw. 80 Prozent) – was radikale Veränderungen in allen Lebensbereichen zur Folge haben muss.
Ein Weitermachen wie bisher versündigt sich an den kommenden Generationen, weil es Ressourcen total verbraucht und so viele Emissionen produziert, dass ein Überleben in Teilen der Welt unmöglich wird. Das westliche Wirtschafts- und Produktionsmodell ist nicht globalisierungsfähig.

Das muss sich auch in CAS bei Planungen für die Zukunft wiederfinden.

Alle planerischen Vorgaben des FNP 2025 sind Beschreibungen des derzeitigen Zustands des jeweiligen Bereichs. Eine Analyse und Planung unter künftigen Erfordernissen findet nicht statt! Die „Visionen“ des Technischen Beigeordneten zu Naherholungsräumen und Plus-Energie-Siedlung reichen nicht, zeigen nur die Verliebtheit in Events.

Wo bleibt ein Mobilitätsplan, der seinen Namen auch wirklich verdient, welche auch Bürgerinnen und Bürgern Chancen gibt, wenn sie nicht Auto fahren können oder wollen? Warum muss jede Ecke oder müssen bestehende Grünflächen mit Wohnungen zugepflastert werden, wenn es genügend vernachlässigte Altbauten gibt, die durch Umbau oder Neubau dazu beitragen können, dem rechnerischen Bedarf zu genügen? Reicht das Negativbeispiel Mühlenhof nicht, wenn „gewinnträchtige Investoren“ zum Zuge kommen?

Warum gibt es im FNP 2025 kein Konzept, das Alternativen zur heutigen Wärmevorsorgung mit Öl, Kohle oder Gas vorsieht? Warum wird den Bürgerinnen und Bürgern nicht angeboten, an das bereits installierte Fernwärmenetz angeschlossen zu werden? Das Kraftwerk Knepper bläst nach wie vor die Wärme in die Luft!

Was wird vorgeschlagen, um die fehlende Grundversorgung in mehreren Ortsteilen zu schaffen? Wie muss man sich Haupt- und Nebenzentren vorstellen, wenn der Einzelhandelsbereich total im Umbruch ist?

Wann verschwinden endlich die Altlasten, die Luft und Boden in verschiedenen Ortsteilen verseuchen?

Der FNP 2025 gibt auf diese und weitere Fragen keine Antwort, da diese bereits in den zugrundeliegenden Planungen nicht enthalten sind. Er ist jedoch eine verdienstvolle Zusammenstellung des augenblicklichen Zustands der Stadt, auf der unter veränderten Voraussetzungen eine Neuplanung für die kommenden Jahre möglich ist.

Ziel von Verwaltung und Politik sollte es dabei sein, in Diskussionen mit den Bürgerinnen und Bürgern die Zukunft anzudenken, dabei aber nicht die geschilderten „großen Trends“ zu unterschlagen.

DIE LINKE. Castrop-Rauxel wird in den kommenden Wochen für verschiedene Bereiche Linien aufzeigen, wie eine nachhaltigen Entwicklung in Teilbereichen aussehen könnte.

 

Antrag Generell

Antrag Vergnügungstättenkonzept