8. Oktober 2015 DIE LINKE. Castrop-Rauxel

Flüchtlinge aus Syrien stellen sich vor

Quelle:UNHCR/OCHA/UN

Über 40 Castrop-Rauxeler Bürgerinnen und Bürger haben das Bürgerhaus aus allen Nähten platzen lassen. "Dies ist ein Zeichen der Solidarität und der Willkommenskultur, das Schiksal dieser Menschen berührt uns alle", betonte Fotis Matentzoglou. " Wir müssen nun schauen, wie wir diesen Menschen in Castrop-Rauxel eine Stütze bieten können."

Ahmad, Karam, Jadaan, Mohammad und Wasim aus Syrien stellten sich vor, berichteten aus ihrem Land und ihrer Heimatstadt, dem ausgebrochenen Bürgerkrieg und warum sie das Land verlassen mussten. Sie schilderten, was sie auf ihrer Flucht erlebt haben, wie sie die Außengrenzen der EU erreichten und den Weg nach Castrop-Rauxel fanden. Von hier aus berichteten sie über die alltäglichen Probleme in Castrop-Rauxel sowie die instabile rechtliche Lage, der sie ausgesetzt sind, die im schlimmsten Fall sogar zur Abschiebung führen kann.

Der Abend begann mit einer Begrüßung des Vorsitzenden, Fotis Matentzoglou, und der Vorstellung des Procedere. Aus dem Arabischen wurde vorerst ins Englische, daraufhin ins Deutsche übersetzt.

Den ersten Block bildete eine Vorstellungsrunde. Die fünf Flüchtlinge stellten sich kurz vor, berichteten über ihre Heimat und ihre persönlichen Ziele vor dem Bürgerkrieg. "Wir wollten unser Land aufbauen", berichtete Ahmad. Dem schlossen sich seine Freunde an.

Im zweiten Block informierte uns Ahmad über den Bürgerkrieg und seine persönliche Odyssee bis nach Castrop-Rauxel. Auf einer Karte zeigte er uns seine riskante Route über die Türkei, von dort aus auf einem Schlauchboot durch die Ägäis bis nach Kos in Griechenland. Vorerst blieb er für drei Monate in Athen, bis es ihn über Thessaloniki nach Mazedonien zog. Er erreichte die Grenze zu Serbien, von dort aus flüchtete er nach Ungarn. In Ungarn angekommen, hatte er mit behördlichen Problemen zu kämpfen. Seine Papiere wurden von staatlichen Behörden eingezogen. Menschenunwürdigen Bedingungen in Ungarn ausgesetzt, beschloss er mit einem Freund über Österreich bis nach Deutschland zu kommen. Über Hannover, Friedland und Bielefeld, kam er letztendlich nach Castrop-Rauxel.

Der letzte Block setzte sich mit ihrem Leben in Castrop-Rauxel auseinander. Hier beklagten die fünf Flüchtlinge, dass vor allem "soziale Kontakte zu Einheimischen" fehlten. Auch die Probleme über ihre rechtliche Lage, machen den fünf Flüchtlingen zu schaffen. Sie wissen nicht, ob sie in Deutschland bleiben dürfen, oder ob sie, wie Ahmad berichtete "...in das erste von den Behörden erfasste EU-Land" (Ungarn), abgeschoben werden. "Dieses Warten bringt uns um", schloss Karam ab.

Nach Ende der Veranstaltung wurden Erinnerungsfotos gemacht und ein gemeinsamer Kochabend geplant. In das Übergangswohnheim auf der Harkordtstraße wurden wir von den fünf Freunden auf einen Tee eingeladen, was dankend angenommen wurde.

Und so saßen einige unserer Genossen bis kurz vor 23:00 Uhr auf der Harkordstraße mit den fünf Syrern und vertieften die Gespräche...