31. August 2017 DIE LINKE. SV Castrop-Rauxel

Aktionsplan gegen Kinderarmut - Eine Initiative von DIE LINKE. Castrop-Rauxel.

Ruhrnachrichten - DIE LINKE. erarbeitet Vorschläge zur Bekämpfung der Kinderarmut

Am 06.09 findet die erste interfraktionelle Runde gegen Kinderarmut statt.

 

Dazu hat DIE LINKE. Castrop-Rauxel nun einen umfangreichen Aktionsplan vorgestellt und allen beteiligten Fraktionen (SPD, CDU, Grüne, FW, FDI) zukommen lassen.

In den letzen Jahren ist die Kinderarmut in Castrop-Rauxel auf 2617 betreute Jugendliche und Kinder unter 18 Jahren gestiegen. Im gesamten Kreis Recklinghausen liegt sie bei 23%. Bereits 2013 war ein Drittel der Familien in C-R in prekären Lebenslagen. Für uns, DIE LINKE. Castrop-Rauxel, ein unhaltbarer Zustand.

Kinder und Jugendliche tragen keine Verantwortung für ihre Lage. Aber Lebensqualität, Bildung,Gesundheit und Zukunftschancen sind durch das Aufwachsen der Kinder und  Jugendlichen in Armut massiv beeinflusst.

Deutsche Bildungsstiftungen fordern seit langem eine „Qualitätsoffensive für Ganztagsschulen“ mit Mittagessen, längeren Pausen, festen Arbeitszeiten, ganztägige Betreuung durch LehrerInnen.

Dafür erforderlich wäre mehr Personal in den Schulen, größere finanzielle Unterstützung und höhere organisatorische Gestaltungsfreiheit. Dann könnten auch Hausaufgaben generell abgeschafft werden. Das würde bedeuten:
Elternhilfe und Nachhilfeunterricht würden überflüssig!
Diese überragende Bedeutung der Ganztagsschule wird von der Politik nicht erkannt – die neue Landesregierung von CDU und FDP schließt solche Strukturveränderungen aus.
Vom Land NRW kann darum keine Hilfe erwartet werden in Hinsicht auf einen Ausbau zum gebundenen Ganztagsunterricht.
Die Stadt sollte aber in Eigenregie im Benehmen mit den örtlichen Grundschulen in mehreren Schritten die schulische Situation verbessern:

  1. Ein Beschäftigungsprogramm unter besonderer Berücksichtigung der Einbeziehung von Familien mit Kindern.
  2. Die offene Ganztagsschulen (OGS) müssen dem Bedarf gerecht werden. Der Unterrichtstag muss sich auf Unterricht im Klassenverbund, in Lernzeitenallein oder in Gruppen und in Entspannungszeiten, abgestimmt auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder, gliedern. Dazu ist es nötig, dass:
    • Unterricht auch am Nachmittag durch Lehrkräfte
    • Einsatz von (mehr) ErzieherIn
    • Klassenräume mit großen Nebenraum für rhythmisierte Klassen
    • Mittagsessen
    ermöglicht wird.
  3. Kindern aus armen Familien muss die Teilhabe am öffentlichen Leben ermöglicht werden:
    • Dies beeinhaltet Gelder für Ausflüge, Ferienzeiten, Sport- und Musikvereine oder für Nachhilfestunden.
    • Der hohe bürokratische Aufwand führt dazu, dass Teile der Mittel dafür in C-R nicht abgerufen werden. Hier müssen neue, vereinfachte Verfahren entwickelt werden.

Den gesamten Aktionsplan können Sie als PDF runterladen.