28. Juli 2017 Die LINKE. SV Castrop-Rauxel

Wir kämpfen für Arian!

(Foto: privat)

Der 15 jährige darf nicht nach Afghanistan abgeschoben werden. Wir stehen solidarisch an der Seite aller Geflüchteter aus Krisengebieten.

Mit unserer Pressmitteilung, die am 28.07.17 in WAZ/WR sowie Ruhrnachrichten (Abo erforderlich) veröffentlicht wurde, haben wir Bewegung in Arians Fall gebracht. Wir kämpfen weiter dafür, Arian eine gesicherte Zukunft in Deutschland zu ermöglichen!


Lesen Sie hier die gesamte Pressemitteilung im Wortlaut:


„Die Wahrheit ist immer konkret.

Mit Unverständnis haben wir den Artikel der Waz/RuhrNachrichten über den 15 Jährigen Arian, der nach Afghanistan abgeschoben werden soll, verfolgt.

Ein Jugendlicher der auf der Flucht vor Krieg und Gewalt vor 2 Jahren nach Deutschland kam, hier eine sicherer Zuflucht suchte, ist hervorragend integriert. Nach den Sommerferien soll er von der Internationalen Förderklasse an der Willy-Brandt-Gesamtschule, in eine Regelklasse versetzt werden, da seine Deutschkenntnisse ausreichend sind. Ende Mai erhielt er den Bescheid zur Abschiebung. Seitdem liegt ein enormer psychischer Druck auf dem jungen Menschen, der mit Todesangst an Afghanistan denkt. Die Bundesregierung (CDU/CSU, SPD) hat das Land als sicher eingestuft. Nach dem Terroranschlag am 31.Mai mit 150 Toten und hunderten Verletzten, stand zur Debatte, die Asylverfahren und Abschiebungen zunächst auszusetzen. Bis Ende Juli soll es eine neue Bewertung der Sicherheitslage in Afghanistan geben. Das Schicksal des Jungen ist verknüpft mit dieser Entscheidung. Einen Tag nachdem der Artikel erschien, gab es bei uns einen regen Austausch über das Schicksal von Arian.  Die Diskussion warf die Frage auf, was man machen kann um gegen den Abschiebebescheid vorzugehen. Die Linksjugend aus Castrop-Rauxel, sowie aus den Städten Datteln und Waltrop drückten ihre Solidarität aus, und wollten sofort helfen. Wir als LINKE wollen ausdrücklich darauf hinweisen, dass wir dafür kämpfen, dass niemand mehr in Krisengebiete abgeschoben wird! Solange das Herkunftsland nicht als sicher gilt, und davon ist es aktuell weit entfernt (über 60 Tote und hunderte Verletzte alleine in der letzten Woche in Kabul), müssen wir den Menschen, die hier Schutz gesucht haben, diesen Schutz auch geben.

Warum hat sonst niemand auf den Artikel reagiert? Wo ist denn die SPD, die in Castrop-Rauxel die Stadtregierung stellt? Wenn Herr Schulz und die SPD die Flüchtlingspolitik zum Wahlkampf-Thema machen, warum folgen dann nicht endlich Taten? Es ist höchste Zeit, dass auch auf Bundesebene reagiert wird. Afghanistan, ein Land, das täglich von Terroranschlägen mit dutzenden von Toten erschüttert wird, bei dem das Militär vergeblich versucht Herr der Lage zu werden, ist KEIN sicheres Herkunftsland! Partei und Fraktion Die LINKE fordern auch in Castrop-Rauxel Taten. Der Stadtverband der SPD ist angesprochen. Sie regieren Castrop-Rauxel, und haben somit eine Verantwortung gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt und auch den Menschen, die hier Schutz suchen.

Wir erklären uns solidarisch mit Arian, seiner engagierten Lehrerin, sowie all derjenigen die hier Schutz suchen. Wir stehen ihnen als Unterstützung zur Seite, und wir machen uns dafür stark, dass Arian hier in Deutschland weiter zur Schule gehen kann, und nicht in das Kriegsgebiet Afghanistan abgeschoben wird.

Die Wahrheit ist auch in Castrop-Rauxel immer konkret!